kfd essen


Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü


30 Jahre Bischofswort 21.09.11

Archiv


Am 21.09.11 jährte sich zum 30. Mal der Tag, an dem das Wort der deutschen Bischöfe "zu Fragen der Stellung der Frau in Kirche und Gesellschaft" verabschiedet wurde. Für die kfd im Bistum Essen ein willkommener Anlass, zum Jubiläum an diesem Tag zu einer Veranstaltung in der Form eines Abendforums einzuladen, um nach 30 Jahren die damaligen Aussagen der Bischöfe an der heutigen Situation von Frauen zu messen.
Also lud der Diözesanvorstand unter dem Motto "Kirche - ein Modell für das partnerschaftliche Zusammenwirken von Männern und Frauen?" ins Gemeindezentrum Maria Magdalena in Wattenscheid-Höntrop ein. Und es kamen etwa 80-100 Frauen (und Männer). Gäste des Abends waren Frau Dr. Dorothea Sattler, Professorin an der Universität Münster und Leiterin des ökumenischen Instituts und Frau Irmtraud Kobusch, stellvertretende Bundesvorsitzende der kfd und seit vielen Jahren aktiv im Netzwerk Diakonat der Frau. Moderiert wurde die Veranstaltung von Elisabeth Hartmann-Kulla, Mitglied im Diözesanvorsitzendenteam.

Die beiden Gäste hatten je Gelegenheit zu einem Eingangsstatement von ca. 25 Minuten. Diese Zeit nutzte Frau Sattler, um in ihrem Vortrag auf die Situation 1981 einzugehen, auf die (damalige) Sensibilität der Bischöfe bezüglich der Fragen von Frauen, ihren Forderungen, die Konzilsbeschlüsse umzusetzen und geschlechtergerechte Modelle in kirchlichen Handlungsfeldern zu entwickeln. Vorangegangen war eine schöpfungstheologische Begründung für die gleiche Würde von Frauen und Männern als Person.
Selbst zum der Diakonat der Frau enthielt das Bischofswort 1981 Ausführungen und ließ dieses Thema zumindest als offene Frage zurück. Weiter erwähnte Frau Sattler die Enttäuschungen der Frauen bis heute, die die Forderungen und Aussagen des Papiers nicht umgesetzt sehen. In einem letzten Abschnitt verwies sie auf einige Bereiche, die Anlass zu Hoffnungen für die Zukunft gegen, z.B. die Achtung der spezifischen Charismen von Frauen, die von Frauen gelebte Ökumene, die Reformforderungen in den Kirchen.

Frau Kobusch verwies aufgrund der Erfahrungen von Frauen im Verband und in den Gemeinden darauf, dass Frauen häufig trotz ihrer vielfältigen Tätigkeiten in den Gemeinden nicht nur von Amtsträgern, sondern auch von Gemeindemitgliedern geringer eingeschätzt würden (kann im Einzelfall anders sein) und dass sie an Entscheidungsprozessen nicht beteiligt werden. Je höher die Ebene in der Hierarchie desto weniger Frauen sind anzutreffen, so dass es nicht verwunderlich ist, dass die Kirche ab einer bestimmten Ebene nur noch von Männern repräsentiert wird, also immer noch weit entfernt ist von einer Praxis des partnerschaftlichen Miteinanders.

Frau Kobusch forderte die Solidarität und ein Umdenken der Männer ein, denn eine Kirche, in der Frauen nicht nur viel arbeiten, sondern auch viel mitzubestimmen haben würde ihr Gesicht positiv verändern. Alle profitieren davon, wenn die Charismen von Frauen noch stärker eingebracht werden und Frauen auch an Entscheidungen beteiligt werden. Die bereits auf der Würzburger Synode vor 40 Jahren und danach immer wieder von der kfd geforderte Öffnung des Diakonats für Frauen ist nach einer Änderung des Kirchenrechts 2009 ist kirchenrechtlich möglich geworden.
Frauen im Amt der Diakonie würden dieses Amt neu prägen und der Kirche ein anderes Gesicht verleihen, davon waren beide Referentinnen überzeugt. Wir Frauen in der kfd hoffen und fordern, dass notwendige Reformen in einem schnelleren Tempo durchgeführt werden. Aus den durchaus kritischen Fragen aus dem Publikum im zweiten Teil des Abends war die Ungeduld und Unzufriedenheit mit der Entwicklung in der Kirche seit dem Bischofswort zu spüren.
Grund genug, diese Themen auch in den laufenden Dialogprozess immer wieder einzubringen.


Christel Misz



Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü